Trg slobode, die populäre "Pjaceta" (ital. piazzetta) mit einem wunderschönen Nadelholzbaum in der Mitte, welcher als Symbol der Befreiung von der italienischen Besetzung 1921 nach dem Ersten Weltkrieg angepflanzt wurde, ist bei den Bewohnern Rabs besonders beliebt. Der Platz war schon immer das Zentrum des oberen Stadtteils, der als geistlich, ruhig und melancholisch galt. Er befindet sich schon seit der Antike auf der Kreuzung der querliegenden Hauptstraße (cardo maximus) und der Straße Gornja ulica (Obere Straße). Im Mittelalter wird er in Katurbo oder Ptatea sv. Tome umbenannt, nach der frühkatholischen Kirche, die sich im westlichen Teil des Platzes befand bzw. wo im XVI. Jh. die Klosterkirche Crkva sv. Justine (St. Justina Kirche) errichtet wurde.
Im östlichen Teil befindet sich eines der zahlreichen Paläste der Familie Dominis mit dem Wappen auf dem Renaissanceeingangsportal. und nördlich am Eingang zur Gomja ulica steht der umgebaute Palast Galzigna. der im Frührenaissancestil erbaut wurde. Irgendwo in der Näho dos Platzes befand sich auch der größte Stadtturm Kula sv. Stjepana (St. Stephan Turm), der in Beschreibungen der erstaunlichen Verteidigung im XI. Jh. datiert ist. welche mit Hilfe der Fürsprache des Hl. Christopherus zustande kam.
Das Bürgertum der Bewohner der Insel Rab mit gewinnbringendem Gewerbe und Handel bereichert, bekam 1574 eine baurechtliche Genehmigung für die Errichtung des Benediktinerinnenklosters mit der Kirche Crkva sv. Justine. Der Komplex wurde anlässlich der erfolgreichen Seeschlacht gegen Türken bei Lepant errichtet. Bedeutende Persönlichkeiten. Mitglieder der Hl. Allianz wurden auf der Holztafel am zentralen, großartigen hölzernen Altar dargestellt. Das Werk wurde anfangs des XVII. Jahrhunderts vom niederländischen Maler Baldassare d* Anna, der in Venedig und Dalmatien gewirkt hat. gemalt.
Die Kirche ist ein einfaches, einschiffiges Bauwerk mit dem rechteckigen Sanktuarium, das auf dem eine Stufe hohen Podest steht. Der Chor im Westteil, der keine Vorderseite hat, weil die Kirche an das Klosterkomplex angelehnt war. wird von Säulen mit protoromanischen Kapitellen aus dem XI. Jh. getragen. Dies sind gewiss die Ruinen der Kirche Crkva sv. Tome (St. Thomas Kirche), die sich vorher dort befand. Auf der Südseite befindet sich das Altar mit einem wertvollen Bild. Öl auf Leinwand, im Spätrenaissancestil, welches den Tod des Hl. Joseph gegen Ende des XVI., oder Anfang des XVII. Jahrhunderts darstellt. Nennenswert sind auch die Grabsteine in der Kirche mit Wappen und der symbolischen Darstellung der Handwerke.
Der Glockenturm wurde 1672 im einfachen Barockstil mit bogenförmiger Kuppel errichtet. Nach der Schließung des Klosters Anfang des XIX. Jahrhunderts wurde an seiner Stelle Villa Antonieta in pseudostilistischen und inadäquaten Formen erbaut. |