Das St. Andreas Benediktinerkloster ist vermutlich das älteste vorhandene Benediktinerkloster auf diesem Gebiet. Es wurde laut der jahrhundertealten Überlieferung 1018 für die adligen Frauen von Rab errichtet. Die jüngste Entdeckung der Säulen, der Grundrisse und insbesondere der Kapitelle in der Kirche weisen auf die für die Mitte des XI. Jahrhunderts charakteristische Bauweise hin. Obgleich im XV. und XVIII. Jahrhundert umgebaut, wurden alle charakteristischen Merkmale der dreischiffigen Dreiapsiden-Basilika, die im protoromanischen Stil erbaut wurde, erhalten. In der Kirche und im Kloster werden zahlreiche interessante Teile der Kirchenmöbel aus dieser Zeit aufbewahrt, welche zwar immer noch einem Flechtwerk ähneln, deren Ornamente aber gerade spezifisch für diese Zeit sind. Eine Überschrift zeugt davon, dass das Bauwerk im XI. Jh. erbaut wurde und dass der Baumeister ein Priester namens Madi war. Sie wurde nachträglich ins Treppenhaus, das zum Hauptportal führt, eingebaut.
Im Rahmen der jüngeren Umbauarbeiten in der Barockzeit sollte der wertvolle hölzerne Altaraufsatz mit geschickt eingeschnitzten Darstellungen des Hl. Andreas und Hl. Benedikt erwähnt werden. Die hölzerne Altartafel mit der Darstellung der Jungfrau und einigen Heiligen wurde vom venezianischen Künstler A. Grapinelli 1765 erschaffen. Auf dem geschickt geformten Stuckaltarüberbau an der Südwand befindet sich eine italienisch-griechische Ikone, die die Heilige Maria mit Kind darstellt, in einer barocken, silbernen Fassung, welche die Nonne Luchina De Dominis 1530 ins Kloster gebracht hat. Interessant ist auch die Überlieferung über die wundersamen Kräfte der Ikone, die auf Grund dessen reich beschenkt wurde. Bis zum Ende des XIX. Jahrhunderts wurde das Polyptychon, ein Meisterwerk des Bartolomeo Vivarini in der Kirche aufbewahrt, das bedauerlicherweise verkauft wurde und heute seinen Platz im Museum der feinen Künste in Boston findet. Unter anderen Kunstwerken muss die Ikone erwähnt werden, die die Pietà darstellt.
Neben der Vorderseite der Kirche wurde in der zentralen Achse des malerischen architektonischen Klosterkomplexes 1181 ein Glockenturm, der ausgeprägte romanische Formen aufweist, errichtet. Die Überschrift darauf besagt, das der Erzdiakon Kuzma, in der Zeit als die Nonne Johanna und der Bischof Andreas lebten, Architekt dieses Bauwerks war. Während der letzten Erneuerung und der jüngsten Forschungen wurden Überreste der umgebauten Kapelle im ersten Stock des Glockenturms, welche mit dem Kreuzgewölbe überdacht war, gefunden. In der letzten Etage des Glockenturms befindet sich noch heute eine funktionstüchtige gotische Glocke, die vom venezianischen Gießer Vendramin 1396 gegossen wurde. |