Am tiefsten Punkt der am niedrigsten gelegenen und zugleich schönsten Bucht auf Rab - die Bucht der Hl. Euphemia enstand das gleichnamige Franziskanerkloster. Sowohl die Bucht als auch das Kloster wurden nach der kleinen Kirche der Hl. Euphemia benannt, die zum ersten Mal schon im 13.Jahrhundert erwähnt wurde,warscheinlich noch aus frühchristlicher Zeit; errichtet wurde die Kirche zu Ehren der kalzedonischen Märtyrerin aus dem 3. Jahrhundert. Das Kloster stellt einen typischen Komplex der Franziskanermönche dar,eingebettet in die natürliche Umgebung, vervollständigt durch eine hohe Baukunst. Das Kult - Fundament jedes Klosters, somit auch dieses, ist seine Kirche. Warscheinlich befand sich an dieser Stelle die schon beschriebene Kirche der Hl. Euphemia, einchfach gebaut mit einem Schiff, die mehrere Male umgebaut wurde. Im jeden Fall ist die Kirche vor dem 13. Jahrhundert gebaut, als sie auch zum ersten Mal erwähnt wurde. In besonderen Zeichen der Ehrung des Hl.Bernhardin aus Siena, der zu dieser Zeit heilig gesprochen wurde die neue Kirche als Teil des Klosterkomplexes gebaut die nach ihm benannt werden sollte. Bei der Kirche handelt es sich um ein einschiffiges Klostergebäude. Auf dem Hauptaltar im Sanktuarium befindet sich das bemalte Polyptychon im holzgeschnitzten und vergoldeten spätgotischen Rahmen. Das Polyptychon entstand im Atelier der Brüder Antonio und Bartolomeo Vivarini im Jahr 1458, den bedeutendsten Vertretern der damaligen Maler in Venedig. An der Südseite des Sanktuariums befindet sich heute die Kapelle des Hl. Kreuzes. In dieser Kapelle befindet sich im hölzernen Altar an der Nordwand ein wirklich imposantes Kruzifix aus Holz. Im Jahr 1669 erhielt die Kirche das neue Deckentabulat mit 27 aufgemalten Szenen aus dem Leben des Hl. Franziskus und anderen bedeutenden Heiligen des Franziskanerordens.
Im Kreuzgang des Klosters, dessen Mitte ein schöner grosser Brunnen schmückt, findet man ausser den erwähnten Inschriften und der Grabplatte, die von der Klostergründung zeugen, eine weitere Grabplatte aus römischer Zeit, den Sarkophag der Magdalena Budri{i} - der Begründerin des Klosters der Raber Franziskanerinnen die dort im Jahr 1532 starb. Die Klosterbücherei verfügt über 7000 Bände, die teilweise noch aus dem 15. Jh. stammen, und die Bücherbestände werden ständig vergrössert. Von besonderer Bedeutung ist das sechsbändige handgeschriebene Werk aus der Feder des Priesters Odorik Badurina (1896-1969 ) „Die Grosse Chronik von Kampor“. Im Klostermuseum werden wertvolle Bilder aufbewahrt, Chorbücher, Inkunabeln, ein Pergament über die Klostergründung ,Ausgrabungen aus verschiedenen Epochen, eine wertvolle alte Münzsammlung. 1989 wurde in der erneuerten Kirche der hl. Euphemia eine ständige Ausstellung der Werke des autodidaktischen Künstlers Ambroz Testen (1897 - 1984 ) eingerichtet, der wärend seines ganzen Aufenthalts in diesem Kloster malte. |