Auf einem Feld am Fusse des Berges Kamenjak befindet sich die Kirche des Hl. Petrus aus der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts als einziges vollkommen erhaltenes Gebäude der Benediktinerabtei, die im Jahr 1467 aufgelöst wurde.
Über die Gründung dieses Klosters sind zwei Urkunden erhalten, die innerhalb von zehn Jahren entstanden sind. Die Erste erwähnt den Raber Bischof Drago, Prior Majus und alle Bewohner der Raber Kommune, die dem Abt Fulkon die Kirche des Hl. Petrus geschenkt haben und den Hl. Zyprian in Draga mit dem dazugehörenden Grundstück, um dort ein Kloster zu gründen. Die Glaubwürdigkeit der zweiten Urkunde wird von der modernen Historiographie angezweifelt; sie enthält die Zustimmung Königs Kre{imir IV. zur Gründung des erwähnten Klosters. Weiter sind hier alle relevanten Angaben angeführt, um die Zeit der Entstehung des Klosters und der erhaltenen Kirche bestimmen zu können, obwohl es sich wahrscheinlich um eine Abschrift handelt. Nicht weniger wichtig ist anzuführen, dass es über die Kirche des Hl. Zyprian keine erhaltenen Spuren gibt, sowie dass die Toponomastik der Siedlung nicht erwähnt worden ist.
Das Kloster ist ein bedeutendes Benediktinerzentrum, das in viele Dokumenten gemeinsam mit den erhaltenen Privilegien erwähnt wird. Es blieb als solches bis zu seiner Verarmung im 14. Jahrhundert bestehen und ging definitiv im Jahre 1467 zur Kommende über.
Die Reste der Klostergebäude sind heute nur zum Teil in der erhaltenen Wand des südlichen Flügels mit romanischen Fenstern zu sehen. Einzelne Teile sind in unlängst erbaute Gebäude des Pfarreihofs und der Dorfgenossenschaft eingebaut worden und einige wurden leider in letzter Zeit zerstört. Doch die Kirche als sein bedeutendster Teil wurde uns fast zur Gänze erhalten.
Die Kirchenfassade ist von allen Merkmalen der reifen Romanik des 12.Jahrhunderts mit ausgesprochenen Formen einer Basilika geprägt.
In einer Ebene mit der Fassade wurde auch der romanische Glockenturm errichtet. In diesem Turm befindet sich die äelteste Glocke in Dalmatien, gefertigt 1920 von Meister Luka, einem Ordensbruder aus Venedig. Auch die zweite, im Jahr 1593 von Jakov Caldelarius gegossene kleinere Glocke ist interessant, derselbe Meister schuf auch die grosse Glocke in der Raber Kathedrale.
Die beschriebenen architektonischen Details der Fassade deuten auf ähnliche oder fast identische Formen von Kirchengebäuden der späten Romanik in Rab und Zadar. |